Experten-Interview mit Andreas Schülke

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Andreas Schülke ist Head of Agency der Online-Performance-Agentur bloofusion.de. Als SEO-Experte spricht er über seine Wahrnehmung der aktuellen Situation – und gibt Einblick in sein Unternehmen. Zusätzlich erklärt er uns, wie er die Zukunft für SEO sieht.

Das ist Andreas Schülke

Andreas Schülke ist seit 10 Jahren bei bloofusion.de und beeinflusst jetzt als Head of Agency maßgeblich die Geschicke der Online-Performance Agentur. Der studierte Psychologe beschloss recht bald, nicht in die therapeutische Richtung zu gehen. Daher hat er immer wieder Praktika in der Werbung gemacht. Bei einem Praktikum in Istanbul übernahm er für seinen Chef das Digitale: er baute beispielsweise Webpages, konzipierte Newsletter.

SEO ist immer noch eine seiner Leidenschaften, denn es gibt immer wieder Neues. Und Neuentwicklungen findet er spannend.

  • „SEO ist spannend, denn man erfährt etwas über die Kunden-Unternehmen.“
  • (Andreas Schülke)

Mit bloofusion ist er im B2B Bereich tätig, mal mit Anzeigen, mal redaktionell und entwickelt bei seinen Aufträgen Empathie für das Unternehmen, deren Ziele und die Nutzer.

Das ist die Bloofusion Germany GmbH

Als Online-Performance-Agentur setzen sie Kampagnen, die dem Kunden echte datengetriebene Performance liefern. Dazu nutzt die Agentur SEO und SEA sowie Social Ads und Content-Marketing. Und die Optimierung der Conversion-Rate steht dabei stets im Fokus.

So setzt die Agentur ihre Aufgaben um

Jeder Auftrag startet mit einer tiefen SEO-Analyse. Daraus erarbeiten die Mitarbeiter zusammen mit den Kunden die Zielsetzungen. Diese differieren stark. Ein Beispiel ist der Neuling am Markt, der sicherlich ganz andere Ziele verfolgt als ein renommierter Marktteilnehmer. Letzterer besitzt eine vorgeschobene Start-Position.

Bloofusion hat sowohl On-Page als auch Off-Page-SEO im Blick. Dabei setzt die Agentur auch Website-Relaunches und internationales SEO um.

  • „Wir übernehmen gerne ein Feld, an das sich andere nicht so gerne rantrauen, das ist die Beratung bei einem Website-Relaunch und die internationale SEO-Optimierung.“
  • (Andreas Schülke)

Seine Experten-Teams nutzen unterschiedliche Tools für die jeweils anstehenden Aufgaben. Darunter ist ein oft verkanntes Kleinod: die Google Search Console.

  • „Die Google Search Console ist kostenfrei und ich würde allen SEOs empfehlen, sie zu nutzen.“
  • (Andreas Schülke)

Andreas Schülke findet den Sistrix-Sichtbarkeitsindex sehr hilfreich. Außerdem werden Ahrefs und Majestic in der Agentur genutzt. Zudem erfüllt der Screaming Frog SEO Spider immer wieder seinen Zweck. Einige Tools wurden sogar selbst programmiert, weil nichts Passendes auf dem Markt war.

Mitarbeiterbindung: DIE Herausforderung

Wie viele Unternehmen steht auch bloofusion vor der Herausforderung der Mitarbeiterbindung. Denn meist starten die Mitarbeiter ihre Karriere in der Agentur und entwickeln verschiedene Kompetenzen. Dann wechseln die gefragten Experten zu anderen Agenturen, oder zu Unternehmen. Bloofusion versucht, diese Abwanderung durch seine spezielle Unternehmenskultur der Fairness aufzufangen.

  • „Wir bieten ein faires Gehalt, aber ein Pharmaunternehmen kann eben mehr zahlen.“
  • (Andreas Schülke)

Was haben Unternehmen von SEO?

Momentan befinden sich viele Branchen in einem wirtschaftlichen Abschwung. Dadurch sinkt der Umsatz vieler Unternehmen. Manche Unternehmen stehen jetzt unter einem stärkeren Druck. Diese Situation spielt SEO-Agenturen in die Karten, denn SEO führt längerfristig zu Ergebnissen. Wer vor einem Jahr investiert hat, darf sich jetzt freuen. Alle anderen sollten spätestens jetzt investieren.

Zudem sollten Unternehmen ihre Strategien für 2024 ausarbeiten. Dabei muss ermittelt werden, welche Aktionen in der individuellen Situation Erfolg versprechen. Aufgrund dieser Analyse müssen Prioritäten und Budgets auf Funktionen und Teams verteilt werden.

SEO-Trends für 2024

Im Internet kursieren viele Trend-Vorhersagen für das kommende Jahr. Andreas Schülke erläutert uns seinen Standpunkt zu den jeweiligen Trends.

  • KI – als Zeitsparer

    • „KI ist toll zum Erledigen von verschiedenen Fleißaufgaben.“
    • (Andreas Schülke)

    KI kann wunderbar ungeliebte Fleißaufgaben übernehmen. Ein Beispiel ist ein Produkt, dass es in verschiedenen Varianten gibt. Welcher Texter würde gerne für 30 Varianten vom selben Produkt mit denselben Eigenschaften einzigartigen Content schreiben wollen? Wenn die Datenbasis da ist, kann die KI solche Produkttexte generieren.

    Auch wenn es darum geht, den passenden Einstieg zu finden, kann die KI helfen. Doch Menschen müssen immer das Ergebnis überprüfen und kritisch hinterfragen.

    Nicht erst seit ChatGPT gibt es eine Contentflut von KI-generiertem Content mit wenig oder keinem Mehrwert. Die Suchmaschinen reagieren darauf und sortieren diese Seiten aus.

  • Featured Snippets: Wenn die Suchmaschine antworten will

    Ähnliches wie die featured snippets gab es früher. Da wurden FAQs verfasst und maschinenlesbar gemacht. Das war mal sehr prominent, aber mittlerweile ist das wieder abgeschafft.

    Jetzt spielt hier auch die KI eine Rolle. Wenn eine Website als Quelle dient, und diese auch angegeben wird, ist das okay. Wenn sich eine KI aus einigen Quellen die Inhalte nimmt und etwas daraus zusammenschreibt, muss der Sucher sich das Ergebnis genauer anschauen und es hinterfragen.

  • Wichtig: Longtail Keywords im B2B-Bereich

    Longtail Keywords sind besonders im B2B-Bereich wichtig. Bei Websites, deren Themen täglich mehrere tausend Anfragen generieren, kann man die gängigen Tools gut nutzen, um Keywords zu finden. Besonders im B2B Bereich gibt es jedoch Websites die Nischen bedienen. In diesem Fall bringen die gängigen Tools oft nicht die gewünschten guten Keywords.

    Zudem muss man bei Spezialsuchen mit wenigem Traffic auch bei der Performance Messung etwas aufpassen. Sein Expertentipp: Wenn es die Datenlage nicht hergibt, werden diese in Kundenbefragung generiert, oder es werden Google Ads geschaltet.

  • Video-Content: besonders stark, wenn doppelt verfügbar

    Die größte Suchmaschine der Welt und die größte-Videoplattform gehören zum selben Konzern. Daher muss man Videos immer für beide, Google und YouTube, verfügbar machen. Allerdings darf dies nie aufgrund eines Hypes geschehen. Denn man muss sich immer fragen: Was soll der Content erreichen?

  • UX und Ranking: welche Einflüsse gibt es?

    Es gab immer das Gerücht, dass Google Nutzer-Daten als Ranking-Faktoren verwendet. Aber das ist nicht so! Vielmehr werden die Kunden-Bewegungen getrackt. Also: „Wie lange bleiben die User auf der Seite mit den Suchmaschinenergebnissen?“ Es ist normales Verhalten, dass sie einen Link anklicken. Wenn die Kunden-Erwartungen auf der verlinkten Website erfüllt, bleiben sie länger. Werden deren Erwartungen nicht erfüllt, gehen User meistens mithilfe des „zurück“-Buttons im Browser zurück zur Google-Seite mit den Suchergebnissen, um das nächste Ergebnis zu öffnen. Google muss also „nur“ schauen, wer wann auf den Suchmaschinenseiten aktiv ist und welche Ergebnisse er anklickt. Also müssen wir die Erwartungen der User erfüllen.

  • Datenschutz und Sicherheit

    Das betrifft bei Kunden-Websites eher das Webanalyse-Team als das SEO-Team. Problematisch sind dabei immer die Pfade.

Andreas Schülke: Mein Ausblick

Was die Trends in 2024 sein werden, ist schwer zu sagen.

  • „Mein Wunsch ist auf alle Fälle eine starke Verzahnung der Disziplinen.“
  • (Andreas Schülke)

Das heißt, SEOs brauchen einen guten Draht zu den verschiedenen Teams aus PR, SEA sowie Social Media. Die Teams müssen schon allein deswegen mehr zusammenarbeiten, da mehr Kanäle entstehen. Einige dieser Kanäle kennen wir noch gar nicht.

Ein Beispiel für gute Zusammenarbeit auf TikTok: Das SEO-Team fragt, ob ein anderes Team schon Content produziert hat, der auch für TikTok interessant sein könnte. Daraus kann das SEO-Team dann etwas passendes generieren. Zudem sind bestimmte Fähigkeiten für verschiedene Kanäle nützlicher. Diese Fähigkeiten sind in anderen Teams vielleicht schon vorhanden und könnten übergreifend genutzt werden.

Weil ihm das Thema so wichtig ist, wird Andreas Schülke eine Marketing-Konferenz besuchen, bei der über Marketing im Allgemeinen gesprochen wird – nicht nur aus SEO-Sicht.

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