TITLE-Tag: alle SEO-Tricks einfach erklärt

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Das TITLE-Tag, alle SEO-Tricks erklärt

Für die Noch-Nicht-SEO-Experten: das TITLE-Tag ist der Ort, an dem der Text eingetragen wird, welcher in der Titelleiste eures Browsers angezeigt wird, wenn Sie Ihre Seite betrachten. Jetzt könnten Sie sagen, das ist doch der Titel der Seite, den ich in WordPress oder TYPO3 eintrage. Kann sein – muss aber nicht. Der Titel der Seite wir ja in der Regel oberhalb der Seiteninhalte (Texte, Bilder, Clips etc.) ausgespielt. Die Titelleiste des Browsers kann aber grundsätzlich einen anderen Text anzeigen als den Titel der Seite.

Jetzt werden Sie sich sicher fragen, was diese Haarspalterei soll… Völlig zu recht! Außer mir gibt es nämlich noch jemanden, der da Unterschiede sieht, nämlich Google – und da wird es spannend. Ich persönlich halte den Inhalt des TITLE-Tags für eine der Top-Drei-SEO-Schräubchen, an denen ein findiger SEO-Könner sich betätigen kann um seiner Seite in den Suchergebnislisten bei Google Beine zu machen.

Vorteil: es ist eine sogenannte OnPage-Maßnahme, also eine Tätigkeit, welche auf der Webseite selbst passiert – und ist im Einklang mit den Richtlinie für Webmaster von Google. Dies bedeutet, dass man für seine hier investierte Zeit keine Bestrafung (Penalty) von Google fürchten muss. Natürlich muss man sich ein wenig mäßigen und kein Schindluder mit dem armen TITLE-Tag treiben.

Vorab: das TITLE-Tag ist eine Stelle in der HTML-Seite, für welche Ihr CMS oder Blog eine Möglichkeit zum Bearbeiten bereitstellen muss – sonst wirds nichts. Kramen Sie also mal jetzt schon im Handbuch oder fragen Sie beim Support Ihrer Webagentur nach „Wie“. Nur für den Fall, dass es Ihnen gleich in den Fingern jucken wird und Sie das Gelesene sogleich ausprobieren wollen.

Zudem ist es standardmäßig die Überschrift, welche in den Suchergebnislisten für Ihre Seite ausgegeben wird. Umso wichtiger ist es also, genau zu überlegen, was Sie dort sagen.

Das TITLE-Tag: Aufzucht und Hege

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass der Inhalt des TITLE-Tags deutlichen Einfluss auf die spätere Position in den Suchergebnislisten von Google hat. Ich empfinde das TITLE-Tag als eine Möglichkeit, Google meine Wünsche intravenös zu verabreichen.

Mäßigung bitte: der Titel muss lesbar bleiben

In unserem Beitrag über den Sichtbarkeitsindex habe ich bereits ausgeführt, dass eine einzelne Seite auch stets für ein einzelnen Keyword optimiert werden soll. Somit gibt es auch nur einen einzigen Begriff, der dort untergebracht werden sollte. Lediglich ein Nebenbegriff oder eine Ergänzung um den Bezug zum Seiteninhalt herzustellen, wären hinzuzufügen.

Was ist ein Nebenbegriff? Nun, wenn Sie einer Seite Ihrer Website den Begriff „Erdbeeren“ zuordnen, dann wäre ein Nebenbegriff „Kaufen“ oder „günstig“. Somit könnten Sie für das TITLE-Tag den Text „Erdbeeren günstig kaufen“ vorsehen.

Vorne spielt die Musik

Das erste Wort im TITLE-Tag hat offensichtlich das meiste Gewicht bei der Interpretation durch Google. Darum macht das obige Beispiel natürlich auch Sinn, denn es führt den Begriff der Seite, nämlich „Erdbeeren“ an erster Stelle. Wenn später jemand bei Google nach „Erdbeeren günstig kaufen“ suchen wird, haben wir nun gute Chancen, eine gute Position in den Suchergebnislisten zu erhaschen.

Alle TITLE-Tags über einen Kamm scheren

Wenn Sie mit Ihrer Website genau einen Begriff in die Welt hinaustragen möchten – und auch nur für diesen gefunden werden möchten – dann sollten Sie diesen in allen TITLE-Tags aller einzelnen Seiten Ihrer Website führen. Woher weiß ich das? Nun, in mehreren Projekten, welche ich begleitet habe, gab es schon den Fall, dass mehrere gleichwertige Suchbegriffe zur „Optimierung“ anstanden. Nun wollte es der Zufall, dass einer der Begriffe im Firmennamen des Kunden vorkam und der Kunde – wie die Kunden nun mal manchmal so sind – den dringenden Wunsch geäußert hat, dass der Firmenname mit in das TITLE-Tag aufgenommen wird.

Auf diese Art und Weise gelangte natürlich der eine Suchbegriff in alle TITLE-Tags der Website. Das Ergebnis war sehr deutlich. Schon nach kurzer Zeit „rankte“ die Website des Kunden für diesen einen Suchbegriff auf der ersten Seite der Suchergebnislisten von Google – während sich seine Brüder auf einer der hinteren Seiten ihre Zeit vertrieben.

TITLE-Tag und Überschriften sollten sich bestätigen

Der dringende Wunsch des oben zitierten Kunden hat mich damals natürlich begeistert. Er ist allerdings aus einem anderen Grund nicht ganz von der Hand zu weisen. Letztlich dient das TITLE-Tag der Information des Besuchers der Website. Er soll anhand des dort hinterlegten Textes den Titel der Seite ablesen und sich so den Sinn und Zweck der betrachteten Seite erschließen können.

Wer also nur SEO-technisch denkt, wird schnell geneigt sein, das TITLE-Tag mit Keywords zu überladen, die beim Lesen durch einen unbeteiligten Dritten möglicherweise nicht sofort erkennen lassen, wozu diese Seite geschaffen wurde. Aber wie immer liegt die Weisheit in der Mitte. Mit dem beispiel „Erdbeeren günstig kaufen“ sollte erkennbar sein, was ich meine.

Die übrigen Titel der Seite, also die erste Überschrift und ggf. die dieser untergeordneten Überschriften sollten das Keyword wiederholen. Wenn es eine Übereinstimmung zwischen dem Inhalt des TITLE-Tags und den Überschriften im Inhaltsbereich der Seite gibt, wird Google das als Bestätigung sehen. Insbesondere dann, wenn Sie die TITLE-Tags der einzelnen Seiten unterschiedlich befüllen. Wenn Sie die Google Webmaster Tools benutzen, werden Sie dort auch darauf hingewiesen, wenn Google erkennt, dass mehrere TITLE-Tags identisch befüllt sind.

In der Kürze liegt die Würze

Natürlich können Sie nach belieben Text für das TITLE-Tag bereitstellen. Dennoch sollte der Text nicht zu lange gewählt werden. Je kürzer der Text ist, umso mehr Gewicht legen Sie auf die einzelnen Worte des Textes. Früher galten 70 Zeichen als Faustregel für die maximale Größe des TITLE-Tag-Textes. Später dann hat sich das relativiert, da Google den Text zwischenzeitlich anders handhabt. An meiner Gewichtungstheorie möchte ich dennoch festhalten. Sie ist einfach zu schlüssig und praktische Erfahrungen scheinen sie zu bestätigen.

Die Visitenkarte Ihrer Seite

Da der Inhalt des TITLE-Tags in den Suchergebnislisten als Überschrift unseres Eintrags ausgegeben wird, kommt diesem besondere Bedeutung zu. Neben den reinen SEO-Vorgaben (Keyword, Nebenbegriffe, kurz) muss der Inhalt des TITLE-Tags nun auch noch aus redaktioneller und kommunikativer Sicht auf Höchstleistung getrimmt werden.

Er sollte freundlich, deutlich, zur Handlung auffordernd sein. Sie merken, dass sich die ersten Schweißperlen auf Ihrer Stirn bilden und verspüren den Wunsch, das Texten an Ihre Agentur abzugeben. Keine Sorge, das geht nicht nur Ihnen so. Aber es geht noch weiter. Wenn Sie am Anfang des Textes ein paar auffällige Sonderzeichen platzieren ( z.B. „√ > » ~“ ) dann wird Ihr Eintrag in den Suchergebnislisten womöglich schneller ins Auge des Betrachter stechen, als die anderen, selbst wenn diese vor Ihnen zu stehen gekommen sind. Sie merken, jetzt wird es spannend.

Wird der Text zu lange (für Google), so schneidet Google diesen ab und zeigt in den Suchergebnislisten nur noch den Beginn und setzt Pünktchen dahinter. Damit sind alle unsere redaktionellen Künste konterkariert. (www.seomofo.com) Wenn man diesem Artikel Glauben schenken darf, dann errechnet Google die Länge des Titels in Pixeln – und kürzt gnadenlos und schmerzfrei wie immer.

Wird der Inhalt des TITLE-Tag immer angezeigt?

Antwort von Radio Eriwan: im Prinzip „ja“. Google verwendet manchmal gezielt andere Informationen, wenn eine Verbesserung der „Usability“ erwartet wird – was immer Google darunter versteht. (Das ist die Gelegenheit ein schickes Buzz-Word hochzuwerfen und damit zu glänzen: „User Experience / Nutzererfahrung“ – Sie erkennen sofort, wir sind ganz weit vorne mit dabei). Ist der Inhalt des TITLE-Tags etwas inhaltsleer ( z.B. „Zurück“ ), dann entscheidet Google, stattdessen andere Inhalte der Website anzuzeigen. Dieses Verhalten wurde durch das Update „otisredding“ eingeführt. ( Siehe hierzu auch insidesearch.blogspot.de ) Welche Inhalte dies sind, ermittelt Google höchst selbst. Man darf annehmen, dass Google Stellen der Seite in Erwägung zieht, welche besser mit dem Suchbegriff des Besuchers harmonieren. ( Siehe hierzu auch moz.com/blog ) Auch Daten des Open Directory Project („DMOZ“) können hier herangezogen werden. ( Siehe hierzu auch support.google.com )

Das soll Sie aber nicht zu sehr beunruhigen. Wenn Sie das TITLE-Tag in der von mir angebotenen Form benutzen, wird es tendenziell recht kurz sein und sich auch stets (naja meistens doch) mit dem Suchbegriff des Suchenden verstehen. Wie geht es weiter? Das steht bei Ihnen. Wann werden Sie Ihr erstes Blind-Date mit dem TITLE-Tag haben?



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